Stoffwindelwickeltisch mobil

Meine Bemühungen Stoffwindeln über Selbstnähkurse, Nähsets oder auch fertige Windeln weiter zu verbreiten habe ich eingestellt. Es hörte [in meinem Umfeld] einfach leider keiner richtig zu. Schade, für die Umwelt, die entgangenen positiven Erfahrungen und für ein paar Gleichgesinnte zum Austausch über dies und das und anderes für mich. Der Vollständigkeit halber schreibe ich hier weiter, wie es für uns mit den Stoffwindeln so läuft.

Das Kind ist aus dem ersten Satz Stoffwindeln hinausgewachsen. Es trägt weiterhin Stoffwindeln, jetzt meist in Allsize/Mitwachs-Größen. Manches ist jetzt anders als im ersten halben Jahr: Wenn das Kind keine Lust aufs Windelwechseln hat, kann es das nicht mehr nur über Lautstärke mitteilen, und selbst bei einem kleinen Vegetarier ist olfaktorisch mehr drin als bei einem reinen Stillkind, dafür lassen sich zumindest Windelhöschen auch gut im Stehen wechseln und Baumwollfleece ist eine erfreuliche Materialentdeckung.

Eine ärgerliche Erfahrung, die uns im ersten halben Jahr erspart wurde, sind fies stinkende Stoffwindeln, die sich bei näherer Betrachtung dann als gerade eben feucht, sonst aber völlig in Ordnung zeigten. Die Recherche ergab, dass das wohl durch Handtücher und ähnliches (wenn man die zusammen mit den Windeln wäscht, was wir tun) eingeschleppte Bakterien aus der Welt da draußen verursacht wird und sich besonders gern in Windeln aus mehreren Lagen und entsprechend längerer Trockenzeit einnistet. Das erste halbe Jahr hat das Kind seine Windeln wohl dadurch „saubergehalten“, dass es so viele Windeln, Kleidung, Wickelunterlagen et al besudelt hat, dass in der Waschmaschine gar kein Platz mehr für zusätzliche Wäsche war.

Zur Problemlösung ergab die Recherche, dass man alle vorhandenen Stoffwindeln entweder mit Sauerstoffbleiche bei 90 C° (die das abkönnen, also keine mit Gummizügen oder Überhosen mit Beschichtungen) oder mit einem Hygienespüler wäscht. Man wäscht alle Windeln, weil sie trocken auch mit den Bakterien weiterhin nach nichts riechen, so kann man sie also nicht sortieren und wäscht dann lieber alle, um zu vermeiden, dass eine bakterienbefallende Windel bei der nächsten Wäsche wieder alle beschmutzt. Wer das Thema spannend findet, liest da gern zum Thema weiter, häufig gebrauchter Begriff ist hier ‚Stripping‘ — das bringt dann vielleicht auch den einen oder anderen unterhaltsameren Suchmaschinentreffer.

Manches wurde aber auch besser:

  • der tägliche Windelbedarf liegt bei 3 – 5 für den Tag und einer für die Nacht, es wurde also tatsächlich weniger
  • Windeln ohne Muttermilchstuhl lassen sich viel einfacher wechseln und säubern
  • wenn das kleine Kind irgendwo kniet, hat es manchmal ein kleines Bauarbeiterdekolleté, das sieht sehr lustig aus

 

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